| In der Informationstechnologie gibt es relativ häufig "truisms", also Ansichten, die so selbstverständlich sind, dass sie (von der großen Mehrheit, auch der 'Techniker') überhaupt nicht mehr in Frage gestellt werden.
Beispielsweise ist es absolut selbstverständlich, dass Datenbanken eine Ansammlung von Tabellen sind und nach dem relationalen Prinzip konzipiert werden. Genau so selbstverständlich ist, dass Material das auch nur entfernt Textcharakter hat, für alle Anwendungen im Internet und / oder Anwendungen, die auf mehr als zwei Jahre abzielen, in XML aufbereitet werden.
Praktisch führt das dann oft zu technischen Lösungen, bei denen Daten zunächst mit Hilfe mehr oder minder benutzerfreundlicher Editoren (im Extremfall, mit XML exportierenden Datenbankmasken) eingegeben werden. Sind sie eingegeben, werden sie in XML-kodierte Texte verwandelt, die datenbankmäßig durchsucht werden. Wurden Ergebnisse gefunden, werden sie in XML verpackt, damit man sie im Internet darstellen kann.
Wir vergleichen zunächst einige der grundlegenden Konzepte, die Datenbanken und den Markupsystemen, von denen XML das bekannteste ist, zu Grunde liegen und versuchen festzustellen, wieweit diese "Verstrickung" entzerrt werden kann. Anschließend werden für die TeilnehmerInnen aus dem Bereich der BAs Informationsverarbeitung / Medieninformatik Projekte formuliert, die zeigen, wie die eingangs beschriebenen Umständlichkeiten vermieden werden können, um schlankere und effektivere Anwendungen zu erzeugen.
Dieses Hauptseminar wird auch im MA Studiengang "Mittelalterstudien" angeboten. Von TeilnehmerInnen dieser Studiengänge wird erwartet, dass sie für die technischen Umsetzungsprojekte der TeilnehmerInnen der beiden BA Studiengänge, fachspezifische Informationen aus mittelalterlichen Texten so aufbereiten, dass sie für die technische Behandlung in Datenbank- und Internet-systemen handhabbar werden.
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